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Waldbrandbekämpfung in Nideggen

Die Stadt Nideggen verfügt über rund 2.090 Hektar Waldfläche. Bei einer Gesamtfläche von 6.504 Hektar entspricht das einem Waldanteil von etwa 32 % des Stadtgebiets, zahlreichen Steilhängen und großen Bereichen im Nationalpark Eifel stellt die Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung die Feuerwehr Nideggen vor besondere Herausforderungen. Insbesondere im Bereich des Nationalparks ergeben sich aufgrund der Topografie und der eingeschränkten Infrastruktur besondere Anforderungen an die Brandbekämpfung und die Menschenrettung.

Zusätzlich führen die klimatischen Veränderungen der vergangenen Jahre zu einer steigenden Gefährdung durch Vegetations- und Waldbrände. Längere Trockenperioden, höhere Durchschnittstemperaturen und häufiger auftretende Hitzephasen erhöhen die Brandgefahr erheblich und verlängern die Zeiträume, in denen mit entsprechenden Einsatzlagen gerechnet werden muss. Die Waldbrandbekämpfung gewinnt daher auch in unserer Region zunehmend an Bedeutung.

Im Gegensatz zu klassischen Forstgebieten existieren in Nideggen vielerorts keine ausgebauten Forstwege. Die vorhandenen Waldwege bestehen häufig lediglich aus breiteren Wanderwegen, die im Nationalpark nur eingeschränkt oder gar nicht unterhalten werden. Hinzu kommen enge Zufahrten im Bereich der historischen Altstadt sowie zahlreiche schwer zugängliche Steilhänge. Eine feste Löschwasserversorgung steht in den Waldgebieten nicht zur Verfügung.

Um auf diese besonderen Einsatzlagen vorbereitet zu sein, wurde bereits in den Brandschutzbedarfsplänen seit 2016 darauf hingewiesen, dass die Beschaffung eines speziell für die Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung geeigneten Fahrzeugs sinnvoll erscheint. Mit der Ersatzbeschaffung eines Fahrzeugs und den Vorgaben des Brandschutzbedarfsplans 2022, dessen Maßnahmen verbindlich umzusetzen sind, begann die konkrete Planung für ein solches Fahrzeug.

Lange Zeit haben viele Fahrzeughersteller in Deutschland die Notwendigkeit spezialisierter Waldbrandfahrzeuge nicht erkannt. In Deutschland verfolgt man häufig den Ansatz, Feuerwehrfahrzeuge möglichst universell für unterschiedlichste Einsatzszenarien auszulegen. Dies führt oftmals dazu, dass Fahrzeuge große Löschwassermengen mitführen und umfangreich beladen sind. Dadurch erreichen sie Abmessungen und Gewichte, die den Einsatz in Waldgebieten und unwegsamem Gelände erheblich erschweren.

Aus diesem Grund entschloss sich die Wehrführung, den Blick über die deutschen Grenzen hinaus zu richten. In den Mittelmeeranrainerstaaten werden spezielle Waldbrandfahrzeuge seit Jahrzehnten erfolgreich eingesetzt und kontinuierlich weiterentwickelt. Nach einer umfassenden Markterkundung bei italienischen, spanischen und französischen Herstellern wurde das Fahrzeug europaweit ausgeschrieben. Den Zuschlag erhielt schließlich ein französischer Hersteller, der ein als Vorführfahrzeug genutztes und auf Fachmessen ausgestelltes Fahrzeug zu einem deutlich günstigeren Preis anbieten konnte.

Der Rat der Stadt Nideggen beschloss am 19. September 2023 die Beschaffung des Fahrzeugs. Im April 2024 wurde es schließlich auf die Stadt Nideggen zugelassen.

Französisches Waldbrandfahrzeug CCFM

Bei dem Fahrzeug handelt es sich um ein sogenanntes CCFM (Camion Citerne Feux de Forêt Moyen), eine Fahrzeugart, die speziell für die Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung entwickelt wurde. Durch den Allradantrieb, die hohe Geländegängigkeit und die kompakte Bauweise können auch schwer zugängliche Einsatzstellen erreicht werden.

Das Fahrzeug verfügt über einen 3.000-Liter-Löschwassertank sowie über Einrichtungen zur direkten Brandbekämpfung im Gelände. Es orientiert sich dabei an den bewährten französischen Konzepten der Vegetationsbrandbekämpfung. 

Anders als viele deutsche Tanklöschfahrzeuge wurde das CCFM speziell für die direkte Bekämpfung von Vegetations- und Waldbränden entwickelt. Das Fahrzeug ist darauf ausgelegt, auch bei starker Hitzeentwicklung und unmittelbar an der Brandfront eingesetzt zu werden.

Zu den besonderen Sicherheitseinrichtungen gehören:

  • Selbstschutzanlage zur Kühlung von Kabine und Reifen
  • Fest eingebaute Atemluftversorgung für die Mannschaft in der Kabine
  • Überrollschutzsystem (ROPS) für Einsätze im schwierigen Gelände
  • Speziell geschützter Unterboden gegen mechanische und thermische Einwirkungen
  • Hochgelegte Ansaug- und Abgasanlagen
  • Geländetaugliche Einzelbereifung
  • Rundum-Kamerasystem zur besseren Übersicht im Gelände
  • Möglichkeit zur Reifendruckanpassung für unterschiedliche Untergründe
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Einsatzkonzept Waldbrandbekämpfung

Das Einsatzkonzept der Feuerwehr Nideggen orientiert sich in Teilen am französischen Vorbild.

Da in den Waldgebieten keine ausreichende Löschwasserversorgung vorhanden ist, erfolgt die Wasserversorgung über einen Pendelverkehr mit größeren Tanklöschfahrzeugen. Diese transportieren Löschwasser an die Einsatzstelle, während die kleineren und geländegängigen Waldbrandfahrzeuge die eigentlichen Löschmaßnahmen im unwegsamen Gelände durchführen.

Ergänzt wird dieses Konzept durch die Wassercontainer des Feuerschutztechnischen Zentrums des Kreises Düren. Diese können bei größeren Vegetations- und Waldbränden eingesetzt werden, um zusätzliche Wassermengen zu transportieren und vordringlch am Waldrand bereitzustellen. Aufgrund ihrer Größe und ihres Gewichts sind diese Trägerfahrzeuge innerhalb von Waldgebieten jedoch nur eingeschränkt einsetzbar.

Durch die Kombination aus geländegängigen Fahrzeugen, leistungsfähiger Wasserlogistik und zusätzlichen Transportkomponenten kann die Feuerwehr Nideggen auch in schwierigem Gelände wirkungsvoll tätig werden.

Vorbereitung auf zukünftige Einsatzlagen

Die zunehmenden Trockenperioden und die steigende Gefahr von Vegetations- und Waldbränden stellen Feuerwehren bundesweit vor neue Herausforderungen.

Mit dem aufgebauten Fahrzeug- und Einsatzkonzept trägt die Feuerwehr Nideggen sowohl den besonderen geografischen Bedingungen ihres Einsatzgebietes als auch den Folgen des Klimawandels Rechnung. Damit werden die Voraussetzungen geschaffen, auch künftig schnell, sicher und wirkungsvoll Hilfe leisten zu können.

Dabei stellt sich aus Sicht der Feuerwehr nicht die Frage, ob Nideggen ein solches Fahrzeug benötigt. Vielmehr zeigt die Entwicklung der vergangenen Jahre, dass spezialisierte Waldbrandfahrzeuge künftig für immer mehr Feuerwehren unverzichtbar werden. Bereits heute beschäftigen sich mehrere Feuerwehren im Kreis Düren mit der Beschaffung vergleichbarer Fahrzeuge oder befinden sich bereits in konkreten Planungsprozessen. Die Feuerwehr Nideggen hat diesen Bedarf frühzeitig erkannt und entsprechende Vorsorge getroffen.