Die Antwort will man lieber nicht kennen

Ratgeber Notfallvorsorge

November 2005 im Münsterland: Unter der Last von großen Schneemassen brechen mehr als 80 Strommasten zusammen. Rund eine Viertelmillion Menschen sind, zum Teil tagelang, ohne Elektrizität. Es war der größte Stromausfall in der jüngeren Geschichte Deutschlands und er führte die Verletzlichkeit unserer Infrastruktur vor Augen. Gewiss ist solch ein großflächiger Ausfall nicht alltäglich, durchschnittlich musste jeder Bundesbürger im vergangenen Jahr nur knapp zwölf Minuten auf elektrische Energie in Folge einer Störung verzichten, doch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) warnt: "In Zeiten spürbar zunehmender Cyberangriffe, möglicher terroristischer Anschläge und sich verschärfender Naturgefahren wären wir schlecht beraten, keine Vorkehrungen für ein Ereignis mit potentiell katastrophalen Folgen zu treffen", sagt BBK-Präsident Christoph Unger.

Interessant ist es, sich in diesem Zusammenhang nur einmal vor Augen zu führen was alles nicht mehr funktioniert.

  • Computersysteme die nicht gegen einen längeren Stromausfall gesichert sind fallen aus.
  • Telefon und Mobiltelefon sind nicht mehr nutzbar.
  • Ampelsteuerungen fallen aus.
  • Tiefkühl und Kühlschränke funktionieren nicht mehr, auch in den Supermärkten. Lebensmittel werden ungenießbar.
  • Kochen wird unmöglich, auch mit Gas, die Zündflamme oder das Ventil wird elektrisch betrieben.
  • Eisenbahnen fahren nicht mehr.
  • Lifte bleiben stecken oder funktionieren nicht mehr.
  • Es wird dunkel, die Beleuchtung in den Straßen, aber auch in den Häusern funktioniert nicht mehr.
  • Radio und Fernsehen können nicht mehr betrieben werden.
  • Krankenhäuser und andere kritische Einrichtungen müssen über eine Notstromversorgung verfügen. Jedoch kann diese meist nicht beliebig lange Stromausfälle überbrücken, weil die Batterien oder die Kraftstoffvorräte erschöpft werden.
  • Tankstellen fallen aus.
  • Trinkwasser und Abwasserpumpen funktionieren nicht mehr. Somit fällt auch die Brandbekämpfung flach.
  • Die Gasversorgung bricht zusammen, unsere Heizungen laufen sowieso nicht mehr. Klimaanlagen funktionieren auch nicht.
  • In vielen Altenheimen, aber auch zu Hause werden viele Patienten beatmet, Beatmungsgeräte funktionieren mit Strom.
  • Ohne Strom versagt größtenteils auch die Versorgung von Pflanzen und Tieren in Zuchtbetrieben, Kühe können nicht mehr gemolken werden.
  • Selbst die Funkanlagen der Feuerwehr und Polizei sind nur eine bestimmte Zeit über Batterien betriebsbereit.

Diese Liste kann beliebig fortgeführt werden, es handelt sich nur um Beispiele. Bei einem solchen fall der sich anhand der geschilderten Beispiele schnell zu einem Katastrophenszenario ausweiten kann, muss zumindest die Administrative ebene Handlungsfähig bleiben. In der Stadt Nideggen würde beispielsweise der Stab für außergewöhnliche Ereignisse einberufen. Es handelt sich um Mitglieder der Stadtverwaltung und der Feuerwehr, die versuchen so etwas wie eine Verwaltung aufrecht zu erhalten und dem Bürger Hilfe zukommen zu lassen wo und wie es möglich ist. Damit dieser Stab einsatzfähig ist plant die Stadtverwaltung beispielsweise im Jahr 2019 die Beschaffung eines Stromerzeugers um das Gebäude, in dem der Stab zusammen kommt, überhaupt betreiben zu können. Dieser Stromerzeuger kann außerhalb von Katastrophen natürlich durch die Feuerwehr genutzt, und gewartet werden. Das BBK empfiehlt bereits seit Jahren den Bürgern vorsorge zu betreiben. Für Eigenheimbesitzer kann die Anschaffung eines eigenen Stromerzeugers eine Lösung sein. Infos für Privathaushalte gibt es HIER : Broschüre des BBK